Aktuelle Informationen aus 2009


BDSV NEWS 139/8.12.2009

Fob-Rotterdam: Stahlschrottpreise stabil, geringere Nachfrage

Nach zwei Wochen intensiven Handels hat sich der europäische Stahlschrotmarkt nun beruhigt und die Preise bleiben stabil.

Die Angebotspreise für HMS 1/2 (80:20) liegen weiterhin bei 255 – 260 USD/t Fob Rotterdam, für Schredderschrott bei 260 – 265 USD/t.

Ein türkischer Händler kaufte eine Lieferung mit 30 000 t Schredderschrott, 2000 t Neuschrott und 8000 t HMS 1/2 (80:20) zu einem Composite-Preis von 295 USD/t cif Türkei.

In den vergangenen 20 Tagen wurden die Preise durch Großeinkäufe hauptsächlich türkischer Werke in die Höhe getrieben, doch mittlerweile halten sich die türkischen Werke wieder zurück. Offenbar sind weder Käufer noch Verkäufer momentan an Abschlüssen sehr interessiert.

Die türkischen Werke sind nicht gewillt, höhere Schrottpreise zu zahlen, da sich keine Erholung bei den Preisen für Stahlendprodukte zeigt und sie nicht daran glauben, höhere Schrottpreise an die Endverbraucher weitergeben zu können.
Quelle: Metal Bulletin v. 07.12.09

In den ersten III. Quartalen 2009: Gesamtversand an Stahlschrott in Deutschland im Vergleich zum Vorjahr um rund 27 Prozent niedriger

Der Zukauf der Stahlwerke verzeichnete im September 2009 mit 1,239 Mio. Tonnen gegenüber dem August 2009 einen Anstieg um 16,0 Prozent. Der Zukauf der Gießereien erreichte geschätzt 293 000 Tonnen (+6,9 Prozent). Für die Ausfuhr der BRD lag im September 2009 mit 555 000 Tonnen ein um 12,3 Prozent niedrigerer Wert als im August 2009 vor, die Einfuhr war mit 282 000 Tonnen um 18,7 Prozent niedriger. Der Versand aus dem Inlandsaufkommen stieg im September 2009 gegenüber August um 10,9 Prozent auf 1,805 Mio. Tonnen an, der Gesamtversand um 5,7 Prozent auf 2,087 Mio. Tonnen. Der Eigenentfall der Stahlwerke betrug im September 2009 318 000 Tonnen. Damit standen als Kreislaufschrott 31 000 Tonnen oder 10,8 Prozent mehr Stahlschrott aus der eigenen Produktion zur Verfügung als im August 2009. Dabei stieg die Rohstahlproduktion um 7,8 Prozent auf 3,179 Mio. Tonnen an. In den ersten neun Monaten 2009 verringerte sich der Zukauf der Stahlwerke um 33,5 Prozent auf 8,627 Mio. Tonnen, die Ausfuhr ging um 19,1 Prozent auf 5,203 Mio. Tonnen zurück, die Einfuhr um 31,8 Prozent auf 2,914 Mio. Tonnen. Der Gesamtversand verzeichnete bis September 2009 ein Minus von 26,9 Prozent auf 16,349 Mio. Tonnen. Das Inlandsaufkommen war mit 13,435 Mio. Tonnen um 25,8 Prozent niedriger als im Vergleichszeitraum 2008.

Stahlschrottversorgung

BDSV NEWS 130/12.11.2009

Preisrückgang in Deutschland im November noch nicht gestoppt
EU-Stahlschrott-Exportpreise ziehen erstmals wieder an

Auch im November 2009 setzt sich der Rückgang in Deutschland bei den Schrottpreisen fort – im Durchschnitt um Minus 10 €/t. Ursächlich ist die weiter schwache Nachfrage vieler Werke, die Teile ihrer Produkte nicht zu den gewünschten Konditionen absetzen können. Außerdem fehlten bisher Impulse aus dem Tiefseegeschäft. Mittlerweile zeigt sich eine leichte Belebung des Fernostgeschäfts. Wegen des bevorstehenden Jahreswechsels mit den traditionellen Werksferien sind alle Handelsbeteiligten mit ihren Einschätzungen sehr zurückhaltend. Ganz aktuell sind die türkischen Märkte wieder in den Markt zurückgekehrt. Dies führt beispielsweise zu Erhöhungen in Rotterdam. Die Auswirkungen für den deutschen Markt bleiben abzuwarten Im Einzelnen entwickelte sich der Stahlschrottmarkt in Deutschland und in den europäischen Nachbarländern im November 2009 wie folgt:

  • Im Westen sind Preisabschläge zwischen 10 €/t und in der Spitze bis zu 15 €/t zu beobachten. Der Bedarf liegt weitgehend auf Vormonatsniveau, zum Teil mit steigender Tendenz.
  • Die norddeutschen Verbraucher haben die Preise ebenfalls um 10 €/t und in der Spitze um 15 €/t zurückgenommen. Der Bedarf entspricht dem des Vormonats.
  • Die ostdeutschen Werke reduzieren die Preise zwischen 10 und 14 €/t. Der Bedarf liegt auch hier auf Vormonatsniveau. Das Werk Riva schließt zwischen dem 14.12. und dem 04.01.2010. Auch die Ostwerke scheinen Teile ihrer Produktion nicht im üblichen Maße absetzen zu können.
  • Vom süddeutschen Markt werden ebenfalls Preisreduzierungen gemeldet. In Bayern beläuft sich der Rückgang sortenabhängig zwischen 20 €/t und 30 €/t. Dabei ist allerdings die Preissituation des Vormonats zu berücksichtigen. Diese Lage gilt auch für Baden- Württemberg. Insgesamt wird von einer nach wie vor verhaltenen Nachfrage gesprochen. An der Saar betrugen die Preisreduzierungen rund 10 €/t. Die Nachfrage war aufgrund einer Sondersituation etwas größer. Bis zum Jahresende wird mit einem verhaltenen Absatz auf der Produktseite gerechnet.
  • Auf den europäischen Nachbarmärkten ist das Bild uneinheitlich. Luxemburg hat eine Preisreduzierung um bis zu 15 €/t vorgenommen. Der italienische Markt meldet Preise von unverändert bis zu Minus 15 €/t. Zum Teil gibt es hier eine leichte Belebung. In Österreich gibt es wenig Bedarf. Die Preise wurden um 30 €/t (im Inland) und um 40 €/t (Import) reduziert. Die Schweiz zeigt bei verhaltenem Bedarf eine Preisrücknahme um 20 €/t. Aus Spanien wird ein höherer Bedarf gemeldet.
  • Der Gießereischrottmarkt ist sehr verhalten – die Nachfrage ist schlecht, Preise wurden um 10 €/t – im Einzelfall auch höher – reduziert.

BDSV NEWS 127/09.11.2009

Oktober 2009: Rohstahlproduktion sinkt zum Vorjahr um 11 %

Die deutschen Hüttenwerke haben im Oktober 2009 2,14 Millionen Tonnen Roheisen und 3,45 Millionen Tonnen Rohstahl hergestellt. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) mitteilt, produzierten die Hüttenwerke damit 16,8 % weniger Roheisen und 11,0 % weniger Rohstahl als im Oktober 2008.

Gegenüber dem Vormonat September nahm die Produktion im Oktober 2009 bei Roheisen um 12,5 % und bei Rohstahl um 8,6 % zu. Bei der Rohstahlproduktion ergab sich kalender- und saisonbereinigt (Berliner Verfahren 4.1 – BV 4.1) eine Zunahme um 3,6 %.

In den ersten zehn Monaten des Jahres 2009 wurden bundesweit 15,65 Millionen Tonnen Roheisen und 26,11 Millionen Tonnen Rohstahl hergestellt. Im Vergleich zum entsprechenden Vorjahreszeitraum ist die Produktion von Roheisen somit um 38,3 % und die von Rohstahl um 34,9 % zurückgegangen.

Bis August 2009: Gesamtversand an Stahlschrott in Deutschland im Vergleich zum Vorjahr um rund 29 Prozent niedriger

Der Zukauf der Stahlwerke verzeichnete im August 2009 mit 1,068 Mio. Tonnen gegenüber dem Juli 2009 einen leichten Anstieg um 1,9 Prozent. Der Zukauf der Gießereien erreichte geschätzt 274 000 Tonnen (-4,5 Prozent). Für die Ausfuhr der BRD lag im August 2009 mit 633 000 Tonnen ein um 7,6 Prozent niedrigerer Wert als im Juli 2009 vor, die Einfuhr war mit 347 000 Tonnen um 22,6 Prozent höher. Der Versand aus dem Inlandsaufkommen sank im August 2009 gegenüber Juli um 6,3 Prozent auf 1,628 Mio. Tonnen an. Der Gesamtversand ging um 2,2 Prozent auf 1,975 Mio. Tonnen zurück. Der Eigenentfall der Stahlwerke betrug im August 2009 287 000 Tonnen. Damit standen als Kreislaufschrott 4000 Tonnen oder 1,4 Prozent mehr Stahlschrott aus der eigenen Produktion zur Verfügung als im Juli 2009. Dabei stieg die Rohstahlproduktion um 9,6 Prozent auf 2,950 Mio. Tonnen an. In den ersten acht Monaten 2009 verringerte sich der Zukauf der Stahlwerke um 36,7 Prozent auf 7,388 Mio. Tonnen, die Ausfuhr ging um 18,9 Prozent auf 4,648 Mio. Tonnen zurück, die Einfuhr um 32,4 Prozent auf 2,632 Mio. Tonnen. Der Gesamtversand verzeichnete bis August 2009 ein Minus von 28,8 Prozent auf 14,262 Mio. Tonnen. Das Inlandsaufkommen war mit 11,630 Mio. Tonnen um 27,9 Prozent niedriger als im Vergleichszeitraum 2008.

Stahlschrottmarkt

stahlschrottmarkt

Stahlschrottmarkt Preise

stahlschrottmarkt preise

Schrottmarktinfo Nr. 184 - 21. Oktober 2009

LME Abschluss in US-$/Tonne Settlement Kasse

Spanische Importpreise für Schrotte fallen wegen schwacher Nachfrage

Nach Preiskürzungen in Höhe von € 20 in der ersten Oktoberhälfte, sind die spanischen Importpreise in der vergangenen Woche um weitere € 10 pro Tonne gefallen. HMS 1/2 (80:20) ist zu € 160 – 165 pro Tonne frei Nordspanien angeboten worden. In der vergangenen Woche hatte der Preis bei € 173 – 178 pro Tonne gelegen. Shreddermaterial wurde zu € 170 -175 angeboten, es hatte in der Vorwoche noch € 183 – 188 gekostet. Im Moment bieten europäische Schrotthändler Shredderschrott in Containern indischen Abnehmern zu US-$ 295 – 298 (€ 170) pro Tonne FOB europäische Häfen an.
Quelle: MB-Daily 21.10.2009

FOB-Rotterdampreise sacken wegen schwacher Nachfrage ab

sind in dieser Woche wegen der reduzierten Kaufaktivitäten gefallen. Während des einige Käufe türkischer Werke in den USA in den letzten Tagen gegeben hat, gab es keine Verlautbarungen zu Käufen aus der EU. Die Angebotspreise sind innerhalb von einer Woche um mehr als US-$ 20 pro Tonne gefallen, während die türkischen Käufer weitere Zugeständnisse verlangen. Die Angebotspreise aus Europa liegen nun bei US-$ 235 – 240 pro Tonne FOB Rotterdam für Shredderschrott und HMS 1/2 (80:20) bei US-$ 230 – 235 pro Tonne FOB Rotterdam. Die türkischen Stahlwerke stehen wegen der schwachen Nachfrage nach Fertigprodukten unter Druck. Die türkischen Einkäufer erwarten weitere Preisanpassungen. Sie versuchen HMS 1/2 (80:20) zu US-$ 250 pro Tonne CFR und HMS 1/2 (70:30) zu US-$ 245 pro Tonne CFR anzubieten. Bevor die Türken dieses Preisniveau nicht durchgesetzt haben, gehen Händler davon aus, dass die türkischen Käufer nicht wieder aktiv werden.
Quelle: MB-Daily 21.10.2009

Exportpreise für türkische Langstähle sinken weiter

Mangelnde Nachfrage nach Fertigprodukten im Mittelmeerraum sowie der Rückgang bei den Schrottpreisen haben die türkischen Langstahlexporteure gezwungen, ihre Preise zurückzunehmen. Insbesondere die Exportpreise für Betonstähle liegen nun bei US-$ 445 – 465 pro Tonne FOB, sie sind damit um US-$ 10 – 15 pro Tonne niedriger als Mitte Oktober.
Quelle: MEN 21.10.2009

Chinesische Exportpreise für Langstähle steigen

Die chinesischen Anbieter von Langstählen habe sich entschlossen den Markt zu testen. Sie haben die Inlands- und Exportpreise trotz der schwachen Nachfrage um US-$ 10 pro Tonne erhöht. Hauptziel ihrer Exporte sind Käufer in Singapur und Myanmar.
Quelle: MEN

Italienische Werke versuchen Betonstahlpreise zu erhöhen

Obwohl die Betonstahlnachfrage in Italien noch keine Anzeichen einer Erholung zeigt, haben die Hersteller eine Preiserhöhung für diese Woche in Höhe von € 10 – 20 pro Tonne angekündigt um damit dem Abwärtstrend entgegenzuwirken. Marktteilnehmer zweifeln jedoch daran, ob sich Erhöhung realisierbar ist, insbesondere weil die Schrottpreise sinken. Die Preise ab Werk liegen je nach Sorte bei € 345 – 380 pro Tonne.
Quelle: MEN 21.10.2009

Betonstahlpreise in Algerien sinken

Die trostlose Nachfrage auf dem algerischen Fertigstahlmarkt und der Abwärtstrend im Mittelmeerraum hat zu einem Rückgang der Inlandspreise und der Großhandelspreise für Betonstahl geführt.
Quelle: MEN 21.10.2009


Schrottmarktbericht Oktober 2009

Deutlicher Preisdämpfer

Das Zwischenhoch in den Sommermonaten wurde im Oktober von einem Herbsttief abgelöst. Die sich ab Mitte September verschlechternde Marktstimmung veranlasste einige Stahlwerke die Vertragsabschlüsse für den Berichtsmonat Oktober entgegen der Gewohnheit hinauszuzögern. Die starke Lieferbereitschaft des Schrotthandels, die trotz deutlich sinkender Preise nicht nachließ und die Tatsache, dass sich die Auftragslage einiger Werke nicht wie erwartet entwickelte, führten daher je nach Abschlussdatum, Region und Sorte zu Preisreduzierungen von durchschnittlich € 30 – 45 pro Tonne. Für Nachlieferungen im zweiten Monatsdrittel mussten sogar Abschläge bis € 55 pro Tonne akzeptiert werden. Nach wie vor richtet sich das Augenmerk der Werke auf Altschrotte, wodurch es in einigen Regionen deutliche Überangebote an Neuschrott gibt. Obwohl die durchschnittliche Auslastung der deutschen Stahlwerke bei rund 70 Prozent liegt, ist sie in den einzelnen Werken sehr unterschiedlich. Da insbesondere der Betonstahlabsatz sehr zu wünschen übrig lässt, erreichte der Schrottbedarf dieser Werke nicht die vom Handel erwartete Höhe. Mangels Alternativen im Export gestaltete sich der Schrottabsatz im Oktober daher in einigen Regionen schwierig.

Die Stimmung im Handel verschlechterte sich, weil zahlreiche Werke frühzeitig Sistierungen aussprachen, die teilweise auf die hohe Lieferbereitschaft des Handels aber teilweise auch auf die sich verschlechternde Auftragslage zurückzuführen waren. Die Tatsache, dass einzelne Händler noch zusätzlich Bestände abbauten, verstärkte den Druck im Markt. Die Stahlwerke hatten versucht, die konjunkturelle Erholung im Sommer für Preissteigerungen bei ihren Neustählen zu nutzen. Da sich aber die Auftragslage im In- und Ausland nicht wie erwartet entwickelte, versuchten einige Hersteller über Preiszugeständnisse Kaufanreize zu schaffen. Die Folge davon sind sinkende Schrottpreise, was die Stahlabnehmer wiederum veranlasst Preisanpassungen für die Stähle zu verlangen. Das Warten der jeweiligen Abnehmer auf den niedrigsten Schrott- bzw. Stahlpreis beschleunigt den Abwärtstrend.

Nachbarmärkte
Sinkende Preise und geringe Absatzmöglichkeiten bestimmten im Oktober auch das Bild der europäischen Nachbarmärkte. Die Annahmepreise in Frankreich, Belgien und Luxemburg verringerten sich je nach Sorte und Werk um € 30 – 45 pro Tonne bei geringerem Bedarf. Der Verbraucher in Luxemburg verringerte bspw. seine Nachfrage gegenüber September um rund 50 Prozent, dennoch erschwerten extreme logistische Probleme die Schrottanlieferung. Wie im Vormonat kauften die italienischen Werke überwiegend bei inländischen Anbietern. Auf Grund der schlechten Auftragslage reduzierten die Werke nochmals die Schichten und passten die Annahmepreise für die inländischen Lieferungen wöchentlich nach unten an. Die Zukaufsmengen aus Deutschland waren bei Preisreduzierungen von € 35 – 40 pro Tonne sehr gering. Die italienischen Stahlwerke haben für den kommenden Monat weitere Produktionskürzungen angekündigt und planen eine deutliche Verlängerung der Stillstandszeiten während der Feiertage am Jahresende.

Gießereien
Die Beschäftigungslage bei den Gießereien hat sich nach Einschätzung aus Handelskreisen nicht gebessert, so dass in einigen Regionen das Überangebot an Gießereischrotten weiter deutlich zu spüren ist. Gießereien die Schrott brauchten und nicht indexgebunden sind, kürzten die Preise je nach Sorte um € 30 – 40. Die Roheisenpreise russischer Anbieter haben sich auf rund US-$ 250 pro Tonne frei Werk verringert, wobei Abnehmer bei diesem Preis noch Handlungsspielraum nach unten sehen, da die Nachfrage sowohl aus China als auch aus Europa sehr schwach ist.

Tiefseeexport
Seit Mitte September ist das Tiefseegeschäft sehr schwach. Weder spanische noch türkische Abnehmer zeigen Kaufinteresse. Der Preis für die Sorte HMS 1/2 (80:20) ist seit September um rund US-$ 50 – 60 pro Tonne CFR Türkei gesunken. Die letzten Verkäufe aus den USA lagen preislich bei US-$ 260 pro Tonne CFR und laut Informationen aus Marktkreisen versuchen die türkischen Abnehmer weitere Preisabschläge durchzusetzen. Der schwache Dollar belastet insbesondere das Exportgeschäft der europäischen Anbieter. Die Absatzmöglichkeiten der türkischen Stahlwerke verschlechtern sich zunehmend und sie versuchen daher über Preisanreize Mengen zu platzieren bzw. Bedarf zu wecken. Dabei passen sie die Schrottpreise sukzessive nach unten an. Der Stahlwerkschef von Colakoglu forderte in dieser Woche anlässlich einer Tagung in Dubai seine Stahlwerkskollegen auf, hinsichtlich der Mengen und Preise mehr Disziplin zu zeigen, um die negative Preis-Absatzspirale unter Kontrolle zu halten.

Aussichten
Der positiven Stimmung, die während des Zwischenhochs in den Sommermonaten durch zahlreiche wieder in Betrieb genommen Hochöfen, vollmundige Erklärungen zur überwunden geglaubten Krise von Stahlwerkschefs und letztendlich einem gestiegenen Schrottbedarf gekennzeichnet war, folgte angesichts der aktuellen Marktlage nun eine deutliche Ernüchterung. Von der in der kommenden Woche anstehenden BIR-Tagung - dem Treffpunkt der internationalen Händler - erwartet der Schrotthandel richtungsweisende Impulse insbesondere was die Schrottexportmöglichkeiten in den kommenden Wochen angeht.

Quelle: Schrottmarktinfo Nr. 160

Stahlschrottmarkt

Oktober 2009: Deutlich rückläufige Preise bei reduzierten Mengen

Nach einem Zwischenhoch in den Monaten Juli, August und September brachen die Preise im Oktober weltweit wieder ein. In Deutschland gingen die Preise um bis zu 45 €/t zurück.

Der Preisrückgang begann in der zweiten Septemberhälfte für Lieferungen in die Türkei. Offensichtlich konnten die türkischen Werke für Ihre Produkte, wie z. B. Betonstahl oder Draht, ihre Verkaufspreise nicht erhöhen. Dabei wird das Tiefseeschrottgeschäft zusätzlich von dem extrem schwachen US-Dollar in Verbindung mit höheren Frachten negativ beeinflusst. Auch auf dem US-amerikanischen Stahlschrottmarkt fielen die Stahlschrottpreise im Oktober tiefer und schneller als noch zu Beginn des neuen Monats erwartet. Aus dem asiatischen Raum liegt Nachfrage aus Ländern wie Südkorea, Indonesien und Vietnam zu Preisvorstellungen vor, die bisher nicht zu Abschlüssen geführt haben.

Im Einzelnen entwickelte sich im Monat Oktober der Stahlschrottmarkt in Deutschland und auf den europäischen Nachbarmärkten, auf denen gerade Sorten wie Neuschrott und schwerer Stahlaltschrott nur schwer absetzbar waren, wie folgt:

  • Im Westen gingen bei reduzierten Mengen die Preise um 30 €/t zurück.
  • Auf dem norddeutschen Markt nahmen die Preise um bis zu 45 €/t ab. Die Nachfragesituation war sehr unterschiedlich. Insgesamt gingen hier auch die Bestellmengen weiter zurück.
  • Auch auf dem ostdeutschen Markt fiel die Nachfrage geringer als im Vormonat aus. Die Preise reduzierten sich um bis zu 45 €/t.
  • Eine ebenfalls geringere Nachfrage wird vom bayerischen Markt gemeldet. Die Preise ermäßigten sich hier um bis zu 40 €/t. Hier wirkt sich auch die besonders schwierige Situation auf dem Betonstahlmarkt aus. Eine schwächere Nachfrage wird auch vom baden-württembergischen Markt gemeldet. Es kam zu Preisrückgängen um 30 – 40 €/t. An der Saar nahmen je nach Sorte die Preise um bis zu 40 €/t ab.
  • Auf den europäischen Nachbarmärkten haben sich in Luxemburg die Preise um 40 €/t ermäßigt. Die Nachfrage hat sich in etwa halbiert gegenüber dem Vormonat. Ähnlich schwierig sieht es auch auf dem französischen und dem belgischen Markt aus. Der italienische Markt bewegt sich auf dem Juli-Niveau bei einer sehr schwachen Nachfrage. Der Markt in der Schweiz weist bei allen Sorten einen Rückgang um 45 SFR/t auf. Es wird von einer sehr verhaltenen Nachfrage gesprochen. Dies gilt auch für den österreichischen Markt. Hier gingen sowohl die Preise im Inland als auch für Importe um 25 €/t zurück. Auf dem polnischen Markt verminderten sich bei einem ganz geringen Bedarf die Preise um 25 – 35 €/t. Bei einer ebenfalls geringen Nachfrage ermäßigten sich die Preise auf dem tschechischen und dem slowakischen Markt um 25 – 30 €/t zurück.
  • Auf dem Gießereischrottmarkt liegt eine weiter zurückgehende Nachfrage vor. Die Preise ermäßigten sich je nach Sorte und Region um bis zu 30 €/t.

Quelle: BDSV Newsletter Ausgabe 114 / 16.10.2009


Schrottmarktinfo Nr. 179 - 15. Oktober 2009

LME Abschluss in US-$/Tonne Settlement Kasse

Türkische Fe-Schrottimporte sinken, weil Käufer auf weiter sinkende Preise warten

In dieser Woche haben türkische Werke nur geringe Mengen Schrott importiert, weil die sie auf weiter sinkende Preise warten, bevor sie wieder kaufen. Die Shredderangebote aus Europa oder den USA liegen derzeit bei US-$ 280 – 290 pro Tonne CFR, das sind um US-$ 10 niedriger als in der vergangenen Woche. Es wurde auch eine Ladung von 20.000 – 30.000 Tonnen der Sorte HMS 1/2 (70:30) zu US-$ 266 pro Tonne CFR Türkei gekauft. Es sollen auch kleinere Mengen dieser Schrottsorte in Algerien zu US-$ 235 pro Tonne CFR erworben worden sein. Die meisten türkischen Werke kaufen nichts, weil sie davon ausgehen, dass die Preise weiter fallen. Andere haben aber auch Probleme ihre Stahlproduktion zu verkaufen, so dass ihr Rohstoffbedarf sowieso gering ist.
Quelle: MB-Daily 15.10.2009

Die Schrottpreise im türkischen Inlandsmarkt sinken

Da die Importpreise ständig sinken, erhöht sich auch der Druck auf die Schrottpreise innerhalb der Türkei. Daher haben die Werke die Zukaufspreise für die lokalen Schrottanbieter schon dreimal in dieser Woche gekürzt.

Inder bestellen mehr Schrott wegen schwacher internationaler Preise

Die indischen Käufer haben mehr Fe-Schrott aus Drittländern gekauft um so den Vorteil sinkender internationaler Preise nutzen zu können. Shredderschrott in Containern ist zu US-$ 295 – 300 pro Tonne CFR Nhava Sheva verkauft worden. In der vergangenen Woche hatte der Preise bei US-$ 310 – 315 pro Tonne gelegen. Sollten die Preise weiter sinken, werden die indischen Käufer wahrscheinlich noch mehr Schrott kaufen. Laut Aussagen verschiedener Marktteilnehmer müssen die Inder ihre Schrottbestände aufbauen. Es gab hohe unverkaufte Bestände in den indischen Häfen, aber die sind mittlerweile abgebaut. Das dort gelagerte Material ist zu US-$ 285 pro Tonne angeboten worden, es war sogar von Geboten in Höhe von US-$ 250 pro Tonne die Rede. Einige glauben, dass sich die schlechte Nachfrage nach Fertigstählen negativ auf die Preise auswirken wird. Es wird außerdem viel billiges HBI in Indien angeboten.
Quelle: MB-Daily 15.10.2009

Produktion von HKM sinkt im ersten Halbjahr um mehr als 50 Prozent

Die Hüttenwerke Krupp Mannesmann (HKM) haben im ersten Halbjahr 2009 1,4 Mio. Tonnen weniger produziert als im ersten Halbjahr 2008. In einem Artikel vom 14.10. stellte SBB fest, dass die Rohstahlproduktion im betrachteten Zeitraum in Duisburg monatlich bei 207.000 Tonnen gelegen hat, während im Vorjahr 434.000 Tonnen pro Monat produziert worden waren. HKM begründet den Produktionsrückgang mit der gesunkenen Nachfrage der Eigentümer TKS, Vallourec & Mannesmann sowie Salzgitter. Derzeit betreibt HKM nur einen Hochofen. Im vierten Quartal will man eine 60-%ige Auslastung erreichen.

Carsid wird seinen Hochofen bis 2010 nicht in Betrieb nehmen

Die belgische Carsid plant ihre Roheisenproduktion nicht vor 2010 wieder aufzunehmen. Erst ab Januar des kommenden Jahres will das Unternehmen mit der Diskussion darüber zu beginnen, wann der einzige Hochofen des Werks mit einer Jahreskapazität von 1,9 Mio. Tonnen wieder hochgefahren wird. Der Hochofen war Mitte November des vergangenen Jahres runter gefahren worden und sollte ursprünglich im Juni wieder laufen, aber auch dieses Datum wurde wegen der schwierigen Bedingungen im wirtschaftlichen Umfeld nach hinten verschoben.
Quelle: MEN 15.10.2009

GUS-Stahlhersteller kürzen Knüppelexportpreise

Die Käufer in den Schwarzmeerhäfen bestehen auf weitere Preiszugeständnisse der Werke. Zurzeit liegen die Notierungen für Vierkantknüppel bei ca. US-$ 390 – 405 pro Tonne FOB, gegenüber US-$ 410 – 420 pro Tonne FOB Ende vergangener Woche. Russische Knüppel werden zu US-$ 400 – 405 pro Tonne FOB angeboten und ukrainisches Material zu US-$ 390 – 405 pro Tonne FOB. Einige große Handelsunternehmen erwarten weitere Preisanpassungen und bieten Knüppel zu US-$ 380 pro Tonne FOB an. Nachfolgende Grafik gibt die starken Schwankungen.
Quelle: MEN 15.10.2009

Abb. 1 Entwicklung GUS-Knüppel Exportpreise
Entwicklung GUS-Knüppel Exportpreise
Quelle: MEN

Exportpreise für türkischen Betonstahl geben nach

Der türkische Markt für fertige Langprodukte bleibt pessimistisch und eine Absenkung der Preise für importierte Knüppel (um US-$ 20 pro Tonne in einer Woche) hat die Exportnotierungen zusätzlich belastet. Betonstahl wird im Export gegenüber Anfang Oktober um US-$ 10 pro Tonne preiswerter angeboten und kostet rund US-$ 460 – 465 pro Tonne FOB.
Quelle: MEN 15.10.2009

Chinesische Exportpreise für Knüppel sinken weiter

Die Exportpreise für chinesische Langprodukte sinken wegen der hohen Bestände im Inland weiter und weil die Nachfrage im Land schwach ist. Innerhalb von zwei Wochen sind die Angebotspreise für ausländische Käufer um US-$ 20 pro Tonne gefallen. Auch die südeuropäischen Betonstahlpreise sinken ständig, sie werden von der nichtvorhandenen Nachfrage der algerischen Käufer nach unten gezogen sowie den lustlosen Kaufaktivitäten in den Inlandsmärkten. Die Langstahlpreise der südeuropäischen Werke sind in der vergangenen Woche um weiter € 10 pro Tonne gefallen. Gleichzeitig haben die Käufer keine Eile neue Bestellungen aufzugeben, sie warten auf weiter sinkende Preise. Die gegenwärtigen Betonstahlpreise italienischer Werke wie Ferriere Nord und Leali Spa liegen bei rund € 320 pro Tonne FOB. Die Langprodukte des spanischen Werkes Megasa liegen bei € 330 pro Tonne FOB.
Quelle: MEN 15.10.2009


Krise bei Entsorgern

Die Wirtschaftskrise hat die Entsorgungswirtschaft tausende Arbeitsplätze gekostet. Die Zahl der Beschäftigten in den Privatfirmen sank seit 2008 um 10 Prozent auf 160000. Bei den Entsorgern habe die Krise mit Zeitverzögerung viele Insolvenzen, Fusionen und Firmenschließungen ausgelöst. Das sagte gestern ein Sprecher des Bundesverbandes der Deutschen Entsorgungswirtschaft in Köln.
Quelle: Ruhr-Nachrichten / 07.10.2009

Quelle: BVSE Schrottmarktinfo Nr. 168

Statistik Kurzinformation

Quelle: www.destatis.de, Eisen und Stahl, Fachserie 4 Reihe 8.1, August 2009
Von Januar bis August 2009 wurden in Deutschland rund 19,48 Mio. Tonnen Rohstahl erzeugt. Im Vergleich zum entsprechenden Zeitraum des Vorjahres ist der Ausstoß von 32,2 Mio. Tonnen um ca. 12,7 Mio. Tonnen gesunken. Im gleichen Zeitraum ist der Schrottverbrauch der Werke von 14,8 Mio. Tonnen um 5,4 Mio. Tonnen auf 9,4 Mio. Tonnen zurückgegangen. Der Schrottzukauf der Werke vom Handel ist von 11,7 Mio. Tonnen im Vorjahr um 4,3 Mio. Tonnen auf 7,4 Mio. Tonne gesunken Der Schrottanteil an der Rohstahlproduktion in Höhe von 19,48 Mio. Tonnen im Zeitraum Januar bis August 2009 ist gegenüber dem Vergleichszeitraum des Vorjahres von 45,9 Prozent auf 48,5 Prozent gestiegen. Diese Steigerung ist zum Teil auf den steigenden Schrottanteil bei der Oxygenstahlproduktion in den letzten Monaten zurückzuführen.

Türken setzen bei US- und EU-Exporteuren niedrigere Preise durch

Quelle: MB-Daily 01.10.2009
Den türkischen Ministahlwerken ist es erfolgreich gelungen, die Schrottpreise zu senken, nachdem sie ihre Zukaufsmengen in den vergangenen Wochen reduziert hatten. Die europäischen und US-amerikanischen Anbieter haben ihre Angebotspreise um mehr als US-$ 15 pro Tonnen gekürzt, um Kaufanreize zu schaffen. Shredderschrott wurde zu US-$ 295 – 305 pro Tonne CFR türkische Häfen verkauft (Vorwoche US-$ 305 – 310 pro Tonne CFR Türkei), wobei eine Ladung sogar unter US-$ 294 pro Tonne verkauft worden sein soll. Eine Ladung aus Schweden bestehend aus 15.000 Tonnen Shredderschrott und 26.000 Tonnen HMS 1/2 (80:20) wurde zu US-$ 303 pro Tonne CFR verkauft. Aber die abzusetzenden Mengen sind laut Angaben aus Handelskreisen dünn gesät. Die Türken zögern, da sie davon ausgegangen waren, den Absatz nach Ende des Ramadan steigern zu können, was bisher noch nicht gelungen ist.

FOB-Preise Rotterdam sinken

Quelle: MB-Daily 01.10.2009
Die europäischen Schrottpreise sinken weiter und werden dies wahrscheinlich auch noch in den kommenden Wochen tun. Shredderschrott wurde zu US-$ 270 – 275 pro Tonne FOB Rotterdam verkauft. Der Preis hatte vor 10 Tagen noch beiUS-$ 280 – 285 pro Tonne gelegen. HMS 1/2 (80:20) wurde zu US-$ 265 – 270 pro Tonne FOB Rotterdam abgesetzt (Preis in der Vorwoche US-$ 285 – 280 pro Tonne FOB Rotterdam). Auch die Inlandspreise sinken. Laut Informationen aus Handelskreisen sind in den vergangenen Wochen die spanischen, schwedischen und norwegischen Preise gesunken. In Schweden kostete die Standardsorte Klasse 11, die vergleichbar ist mit der Sorte HMS 1/2 (80:20) 1.570 sek pro Tonne (€ 153). Im letzten Monat mussten für diese Sorte noch 1.760 sek pro Tonne (€ 172) bezahlt werden. In Norwegen und Schweden geht es mit den Preisen steil bergab. Einige Händler glauben, dass dies in den anderen EU-Ländern ebenfalls passieren wird. Die Exportangebote liegen bei € 180 pro Tonne frei Werk. Andere Marktteilnehmer sind dagegen sicher, dass sich die Preise erholen. In Russland ist bspw. der Schrott knapp und viele Werke versuchen, die Bestände für die Wintermonate anzulegen. Der knappe Schrott wird die Preise stützen. Die Nachfrage ist dort zwar nicht hoch, aber es gibt keinen Schrott.

Campsider

Nach dem bvse vorliegenden Informationen planen die italienischen Stahlwerke ihre Zukaufspreise im Oktober auf das Juliniveau zu senken. Die Nachfrage nach Stahl ist nach wie vor schwach und Produktion soll auf dem Niveau des Vormonats liegen. Die Werke fahren überwiegend Nacht- oder Wochenendschichten und wollen die Auslastung kaum erhöhen. Die Schrottbestände der Werke sollen hoch sein und der Bedarf soll wie im Vormonat überwiegend über die inländischen Anbieter gedeckt werden.

Preise für italienischen Betonstahl unter Druck

Quelle: MEN 01.10.2009
Eine extrem schwache Betonstahlnachfrage belastet weiterhin die italienischen Hersteller. Die Inlands- und Exportpreise sind in der vergangenen Woche um weitere € 15 – 20 pro Tonne gesenkt worden. Berücksichtigt man, dass die Importangebote türkischer Hersteller bei rund € 330 pro Tonne C&F liegen, muss mit weiteren Anpassungen der italienischen Werke gerechnet werden. Zurzeit liegen die Exportnotierungen für Betonstahl bei € 340 – 350 pro Tonne FOB und damit um € 15 – 20 pro Tonne niedriger als noch vor einer Woche. Ferriere Nord (Pittini Group) bietet zu € 340 – 345 pro Tonne FOB an, Alfa Acciai S.p.A. zu € 350 pro Tonne FOB und Baustahlmatten von Feralpi Siderurgica S.p.a. kosten € 355 pro Tonne FOB. Es gab jedoch keine Informationen über irgendwelche Abschlüsse.

EU-Käufer warten auf sinkende Roheisenpreise

Quelle: MEN 01.10.2009
Die Kaufaktivitäten für Importroheisen sind Anfang Oktober weiterhin schwach, weil die meisten Stahlhersteller die gegenwärtigen Angebote wegen der geringen Nachfrage nicht akzeptieren. Das Gros der europäischen Stahlhersteller ist höchstens zu 50 – 60 Prozent ausgelastet. Sie kaufen Roheisen lediglich in kleinen Mengen für den aktuellen Bedarf. Hinzukommt, dass die Vorhersagen über die Entwicklung der Stahlindustrie pessimistisch sind. Laut Marktteilnehmern sind die Werke bereit rund 10.000 – 12.000 Tonnen Material zu kaufen aber nur zu Preisen, die unter US-$ 320 pro Tonne C&F liegen

Das Abfallende bei Stahlschrott in der Diskussion

Die Europäische Kommission hat ihr Joint Research Centre (JRC) mit Sitz in Sevilla beauftragt, Vorschläge für die Umsetzung des Art. 6 – Abfallende – der neuen europäischen Abfall-Rahmenrichtlinie zu erarbeiten. Für Aluminium- und Stahlschrotte hat das JRC zwischenzeitlich Vorschläge für Abfallende-Kriterien vorgelegt.

Die Vorschläge zum Abfallende für Stahlschrotte sind in einem Workshop am 03.07.2009 in Sevilla in Anwesenheit von Vertretern der EU-Kommission und der ECHA (Europäische Chemikalien-Agentur) vorgestellt und diskutiert worden. An dem Workshop nahmen etwa zur Hälfte Vertreter der betroffenenWirtschaft einschließlich der BDSV und zur anderen Hälfte Regierungsvertreter aus den Mitgliedstaaten teil.

Als wichtigsten Grundsatz stellte die EU-Kommission heraus, dass es den Wirtschaftsbeteiligten selbst obliegen soll, ob sie die Stahlschrotte fortan als Abfälle oder als aus dem "Abfallregime" entlassene Produkte behandeln will.

Die BDSV wird in Sitzungen seiner Facharbeitsgruppen diskutieren, wie sich diese "Wahlfreiheit" auf das Marktgeschehen auswirken wird.

Die vom JRC in die Diskussion gebrachten Kriterien für das "Ende der Abfalleigenschaft" müssen weiter konkretisiert werden. Als wichtig ist aber schon jetzt festzuhalten, dass die endgültig formulierten Abfallende-Kriterien über ein Qualitätsmanagement-System verifiziert werden sollen.

Nach Ansicht der EU-Kommission soll damit die Analyse von Schrottsorten vermieden werden. Die BDSV hat in Sevilla signalisiert, dass ihr eine solche Systematik diskutabel erscheint. Natürlich müssen die Details zu gegebener Zeit sorgfältig analysiert werden. Das BDSV-Präsidium hatte sich klar dahingehend positioniert, dass das Kriterium für eine Unterstützung der europäischen Neuerungen die Verbesserung der Situation unserer Mitgliedsbetriebe ist. Neue Lasten – aus welchen rechtlichen Gründen auch immer –, lehnt unser Präsidium ab.

Vertreter der Europäischen Kommission haben in den letzten Wochen in vielen Gesprächen mit uns immer wieder herausgestellt, dass die Umsetzung des Art. 6 der EU-Abfallrahmenrichtlinie nicht zu neuen bürokratischen Belastungen der Recyclingwirtschaft führen darf. Man wolle vielmehr die Recyclingwirtschaft mit einem "kurzen Abfallbegriff" fördern (d. h. die Stahlschrotte verlieren ihre Abfalleigenschaft, wenn die Sortierung/Aufbereitung für den direkten Rohstoffeinsatz in Stahlwerken und Gießereien abgeschlossen ist).

Gerade vor dem Hintergrund dieser Aussagen der EU-Kommission haben wir uns bereits vor Ort und auch in nachfolgenden Stellungnahmen massiv gegen Vorschläge des JRC gewandt, Input-Materialien zu begrenzen oder bestimmte Aufbereitungsverfahren für solche Materialien vorzuschreiben.

Bei dieser Position wissen wir sowohl die Stahlindustrie, den europäischen Stahlrecyclingverband EFR als auch den bvse an unserer Seite. Eine Festlegung von Verfahren hemmt Innovationen und wirkt auf die Förderung des Recyclings kontraproduktiv. In Zuschriften an die EU-Kommission haben die Recyclingverbände diese Position noch einmal nachhaltig unterstrichen.

Thema REACh

Ein unübersehbarer Vorteil bei einem früheren Ende der Abfalleigenschaft ist es, dass Stahlschrott-Exporte nicht mehr unter die Regelungen der grenzüberschreitenden Verbringungen von Abfällen fallen würden. Dadurch könnten wir im Übrigen auch eine Harmonisierung mit den US-amerikanischen Regelungen herbeiführen, wonach seit 1997 Stahl- und NE-Metall-Schrotte, die direkt einsetzbar sind, aus dem Abfallregime entlassen worden sind. Andererseits ist bei der aktuellen Diskussion ein großes Thema, ob die Recyclingbetriebe bei einem früheren Ende der Abfalleigenschaft nicht in unkalkulierbare bürokratische und finanzielle Lasten nach der europäischen Chemikalienverordnung REACh hineinlaufen. Aus unserem Mitgliederkreis sind uns immer wieder Stellungnahmen zugegangen, dass das "kurze Abfallende" keinesfalls eine "REACh-Lawine" auslösen darf. Wir nehmen diese Bedenken sehr ernst.

Zu diesem Thema warten wir auf zugesagte neue Klarstellungen der EU-Kommission mit dem Ziel, dass es nicht zu bürokratischen Belastungen der Recyclingwirtschaft kommen soll. Diesem Ziel dient auch der gemeinsame Vorschlag der Verbände bvse und BDSV, wonach entsprechend Annex 5 der REACh-Verordnung – wie bei Papier – eine Ausnahmeregelung für die Stahlschrotte erreicht werden soll.

Gegenüber der EU-Kommission und dem Joint Research Centre haben wir deutlich gemacht:
Ein "frühes Abfallende" kann nur dann von unseren Mitgliedsfirmen mitgetragen werden, wenn am Ende handhabbare Abfallendekriterien stehen und wenn klargestellt wird, dass REACh-Verpflichtungen nicht entstehen oder jedenfalls minimiert werden.

Wie geht es jetzt weiter?

Wir warten zurzeit auf die aufgrund des Workshop-Ergebnisses überarbeiteten Vorschläge des JRC. Zusammen mit unserem Arbeitskreis Umwelt und in Verbindung mit anderen Verbänden einschließlich unseres europäischen Verbandes EFR werden wir die Vorschläge im Einzelnen kritisch prüfen. Gleichzeitig beabsichtigen wir, weitere Gespräche mit der EU-Kommission zu führen, damit der notwendige Klärungsprozess forciert wird.

Die EU-Kommission wird auf der Basis des endgültigen JRC-Berichts, den sie für den kommenden Oktober erwartet, einen eigenen Vorschlag erarbeiten. Damit beginnt dann das formale Verfahren der sog. Komitologie. Hier sind nur Mitglieder der Kommission und der Mitgliedstaaten involviert. Dabei kommt den Beratungen des Kommissionsvorschlags durch den Ausschuss zur Anpassung der Richtlinie über Abfälle an den wissenschaftlichen und technischen Fortschritt, dem TAC (Technical Adaptation Committee), eine besondere Bedeutung zu. Nach Auskunft der EU-Kommission ist hier die entscheidende Sitzung für die erste Märzwoche 2010 vorgesehen.

Quelle: BDSV Newsletter 84/19.08.2009

Exporteure senken Stahlschrottpreise weiter

Stahlschrottexporteure haben ihre Angebotspreise für türkische Werke gesenkt, um mit den Billigangeboten von Knüppeln aus der GUS konkurrieren zu können. Die letzte Transaktion wurde zu einem Preis von 219 USD/t cif Türkei für HMS 1/2 (70/30) von GB durchgeführt. Zwei Wochen vorher hatte der Preis noch bei 227 USD/t gelegen. Die Frachtraten für Lieferungen aus Europa in die Türkei liegen aktuell bei ca. 20 – 25 USD/t. Die Angebotspreise für 70/30-Qualität liegen momentan bei 212 USD/t, der Preis für 80/20-Ware liegt 5 – 7 USD/t höher.

Es wurden allerdings keine Abschlüsse auf dieser Basis getätigt. Zurzeit sind Knüppel einfach günstiger als Stahlschrott. Knüppel aus der GUS sind schon für 310 – 320 USD/t erhältlich, in der Vorwoche kosteten sie noch 350 – 360 USD/t. Obwohl die türkischen Werke noch nachfragen, kaufen sie zurzeit nichts. Offenbar haben sie Probleme, ihre Endprodukte an den Mann zu bringen. Sobald ihre Verkaufszahlen steigen, wird eine Rückkehr in den Markt erwartet.

Quelle: Metal Bulletin v. 05.03.09


Indien: Stahlschrottpreise weiter auf fallendem Kurs

Europäische Stahlschrottexporteure werden gezwungen sein, ihre Angebotspreise um weitere 10 – 15 USD/t zu senken, wenn sie weiterhin Geschäfte mit Indien und dem Nahen Osten machen wollen. Die letzten Abschlüsse lagen bei 265 – 272 USD/t cif Indien (Haupthafen für containerisiertes Shreddermaterial, zurzeit liegen die Angebotspreise bei ca. 260 USD/t). Für tatsächliche Transaktionen wird eine Preisreduzierung auf 250 – 255 USD/t empfohlen. Der Markt war in dieser Woche relativ ruhig und kühlt sich ab. In der ersten Monatswoche warte man auf eine Preisanpassung.

Quelle: Metal Bulletin v. 05.03.09


Rohstahlproduktion im Februar 2009 bei 2,58 Millionen Tonnen

Die deutschen Hüttenwerke haben im Februar 2009 1,49 Mio. Tonnen Roheisen und 2,58 Mio. Tonnen Rohstahl hergestellt. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) mitteilt, produzierten sie damit 35,8 % weniger Roheisen und 31,6 % weniger Rohstahl als im Februar 2008. Gegenüber Januar 2009 ging die Produktion bei Roheisen um 13,8 % und bei Rohstahl um 3,3 % zurück, kalender- und saisonbereinigt (Berliner Verfahren 4.1 – BV 4.1) ergab sich bei der Rohstahlproduktion eine Erhöhung um 15,7 %.

In den ersten beiden Monaten des Jahres 2009 wurden 3,23 Mio. Tonnen Roheisen und 5,24 Mio. Tonnen Rohstahl hergestellt. Im Vergleich zum entsprechenden Vorjahreszeitraum ist die Roheisenproduktion um 35,6 % und die von Rohstahl um 33,5 % zurückgegangen.


Perspektiven in bewegten Zeiten – zur Lage der Stahlindustrie

Der Sog der Finanzmarktkrise hat die stahlverarbeitenden Branchen und somit auch die Stahlindustrie mitgerissen. 2009 wird ein schweres Jahr für den Stahlmarkt, so der Präsident der WV Stahl. Für uns sind vor allem folgende Faktoren von Bedeutung:

  • Die Entwicklung hat ihren Ursprung auf den Finanzmärkten und trifft gleichzeitig auf die Phase der Normalisierung nach starken Jahren des Wachstums.
  • Die Krise erreicht neben den Industrieländern auch die Entwicklungs- und Schwellenländer, die die Dynamik, gerade auch auf den Stahlmärkten, in den vergangenen Jahren wesentlich mitgetragen haben – die Entwicklung ist global.
  • Die Krise gräbt sich drittens tief in alle industriellen Wertschöpfungsketten hinein, dies mit unterschiedlicher Intensität, jedoch vor allem in jene, die in Deutschland besonders export- und stahlintensiv sind, wie z. B. den Fahrzeug- und Maschinenbau.
  • Die Entwicklung auf den Kredit- und Finanzierungsmärkten verstärkt die hierdurch entstehenden Probleme. Bei vielen Investitionen wird gegenwärtig auf Sicht gefahren.

Folge ist, dass die Stahlhersteller weltweit in den letzten Monaten gezwungen waren, in noch nie da gewesener Weise ihre Produktion der gesunkenen Nachfrage anzupassen. In vielen Regionen, darunter Nordamerika, die GUS oder Südamerika, ist die Kapazitätsauslastung inzwischen unter die 50-Prozent-Marke gefallen.

Außerordentlich schwierig ist die Lage auch auf dem deutschen Markt. Wir haben das Jahr 2008 mit 45,8 Mio. Tonnen um 5,6 Prozent unter dem Wert des Vorjahres abgeschlossen (Rekordjahr 2007: 48,5 Mio. t). In Deutschland ist die Rohstahlproduktion im vierten Quartal 2008 um 20 Prozent und im Januar um 36 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat zurückgegangen. Die Auslastung der Rohstahlkapazitäten liegt mit etwa 60 Prozent auf einem langjährigen Tiefstand. Die stark gesunkenen Auslastungsraten unserer Anlagen spiegeln die Entwicklung der Auftragseingänge bei den Stahlverarbeitern wie auch bei der Stahlindustrie wider. Viele unserer Kunden, wie z. B. die Automobilindustrie inklusive Zulieferer, der Maschinenbau oder die Hersteller von Metallwaren melden scharfe Einbrüche. Bei den Auftragseingängen aller Abnehmerbranchen beläuft sich der Rückgang im vierten Quartal auf gut 30 Prozent im Vergleich zum Vorquartal, bei den Walzstahlerzeugnissen sogar auf etwa 50 Prozent.

Die Differenz zwischen dem Auftragseingang bei den Verarbeitern und den Bestellrückgängen bei den Stahlherstellern zeigt, dass Endabnehmer wie auch Stahlhändler und Stahl-Service-Center gegenwärtig bemüht sind, ihre Lagerbestände an die veränderte konjunkturelle Situation anzupassen. Durch dieses "Destocking" wird die Stahlnachfrage über den ohnehin schon gedrückten Bedarf hinaus vermindert.

Daher sehen wir durchaus Chancen, dass wir den Boden bald erreicht haben und im zweiten Halbjahr eine moderate Erholung einsetzt:

  • So sind die vom Münchner Ifo-Institut erhobenen Geschäftserwartungen im Februar das zweite Mal in Folge gestiegen, wenn auch von einem sehr niedrigen Niveau. Im Fahrzeugbau und im Bauhauptgewerbe hat sich das Geschäftsklima sogar bereits wieder etwas aufgehellt. Die beiden Konjunkturprogramme der Bundesregierung werden wichtige Impulse geben. Der Stahlbedarf wird sich daher vermutlich im zweiten Halbjahr zumindest stabilisieren.
  • Zudem dürfte in den kommenden Monaten der bremsende Einfluss des Lagerabbaus an Bedeutung verlieren. Die Zahlen des Statistischen Bundesamtes zeigen, dass die Korrektur bei den Lägern voranschreitet.

Es wird in diesem Jahr zu heftigen Einschnitten bei der Rohstahlerzeugung kommen. Es ist absehbar, dass diese 2009 zum ersten Mal seit dem Jahr 1993 unter der 40-Millionen-Tonnen-Grenze auskommen wird. Bei dieser Einschätzung gehen wir davon aus, dass die Rohstahlproduktion im zweiten Halbjahr wieder steigen wird.

Uns als Branche, die am Anfang der Wertschöpfungskette steht und Ausgangspunkt vieler Exportgüter ist, trafen die Folgen auch als erste. Und so werden wir auch die ersten sein, die eine Erholung der Weltwirtschaft spüren werden. Die weltweite Nachfrage nach Stahl – vor allem in den Schwellenländern – ist mittelfristig weiterhin hoch.

Ein Thema bleiben die Rohstoffe. Zwar haben sich aufgrund des verlangsamten Wachstums auf den globalen Stahlmärkten und dem damit verbundenen niedrigen Bedarf bereits bei vielen Einsatzstoffen – besonders mit kurzfristiger Preisbindung wie Schrott oder verschiedenen Legierungsmitteln – die Preise seit Herbst letzten Jahres teilweise auf das Niveau von 2004 nach unten bewegt. Aber bei den Massenrohstoffen Eisenerz und Kokskohle gelten hohe Jahresabschlüsse des letzten Jahres noch immer.

Quelle: Presseinformation der WV Stahl v. 04.03.2009


 

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